Textverstehensschwierigkeiten beim Lesen von Lehrmitteltexten im Fach Geschichte. Ergebnisse aus Leseprozessbeobachtungen mit Achtklässler*innen
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Autor:in (Körperschaft)
Publikationsdatum
31.12.2025
Typ der Arbeit
Studiengang
Typ
04A - Beitrag Sammelband
Herausgeber:innen
Herausgeber:in (Körperschaft)
Betreuer:in
Übergeordnetes Werk
Dimensionen des Politischen in der internationalen deutschsprachigen Lesedidaktik und Leseförderung.
Themenheft
DOI der Originalpublikation
Zugehörige Forschungsdaten
Reihe / Serie
Sprachlich-literarisches Lernen und Deutschdidaktik SLLD-B
Reihennummer
Jahrgang / Band
21
Ausgabe / Nummer
Seiten / Dauer
280-304
Patentnummer
Verlag / Herausgebende Institution
Ruhr Universität
Verlagsort / Veranstaltungsort
Bochum
Auflage
Version
Programmiersprache
Abtretungsempfänger:in
Praxispartner:in/Auftraggeber:in
Zusammenfassung
Lesetexte im Fach Geschichte stellen aufgrund ihrer fachsprachlichen, narrativen und epistemischen Anforderungen hohe Hürden für Lernende der Sekundarstufe I dar und sind damit ein zentraler Faktor für Teilhabe am fachlichen Unterrichtsdiskurs. Bisherige Versuche, diese Diskrepanz durch Textvereinfachungen zu verringern, zeigen jedoch nur begrenzte Wirkung, da zentrale fachliche Denkprozesse und historische Basiskonzepte in ihrer sprachlichen Realisierung erhalten bleiben müssen. Vor diesem Hintergrund untersucht der vorliegende Beitrag, wie Achtklässler*innen Geschichtslehrmitteltexte verarbeiten, die mit textseitigen lesedidaktischen Maßnahmen zur Verbesserung der globalen Kohärenz angereichert wurden, welche Verstehensschwierigkeiten trotz dieser Optimierungen auftreten und welche weiteren Maßnahmen für eine gezielte Leseprozesssteuerung erforderlich sind. Auf Basis eines Mixed-Methods-Designs wurden in einer qualitativen Teilstudie eines größeren Forschungsprojekts (HISTTEXT) Leseprozessbeobachtungen mit n = 10 Lernenden durchgeführt, deren Lesekompetenz, Intelligenz und Vorwissen zuvor standardisiert erfasst worden waren. Der verwendete Lehrmitteltext wurde zuvor systematisch im Hinblick auf Komplexitätsmerkmale analysiert und durch metatextuelle Kohärenzbildungshilfen überarbeitet. Die videographierten Leseprozesse und die im Interview erhobenen Begründungen der Lernenden wurden inhaltsanalytisch Textverstehensschwierigkeiten beim Lesen von Lehrmitteltexten im Fach Geschichte 281 ausgewertet und hinsichtlich Textbezogenheit, Verarbeitungstiefe und Passung der Begründungen kodiert. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz der textseitigen Optimierungen weiterhin 45% der Begründungen als problematisch eingestuft werden müssen und sich sowohl fachübergreifende als auch fachspezifische Verstehensschwierigkeiten manifestieren. Auf Grundlage der Befunde werden Konsequenzen für die Weiterentwicklung sowohl textseitiger Maßnahmen als auch aufgabenseitiger Leseverstehenssteuerung diskutiert. Der Beitrag zeigt, dass eine Kombination aus gezielten Kohärenzbildungshilfen und explizit angeleiteten, sequenzierten Aufgabenformaten notwendig ist, um den Aufbau fachlicher Textverstehensprozesse nachhaltig zu unterstützen.
Schlagwörter
Textverstehen, Lesen im Fach Geschichte, Leseprozess, lesedidaktische Maßnahmen, Kohärenzbildungshilfen
Fachgebiet (DDC)
Veranstaltung
Startdatum der Ausstellung
Enddatum der Ausstellung
Startdatum der Konferenz
Enddatum der Konferenz
Datum der letzten Prüfung
ISBN
978-3-96955-053-3
ISSN
Sprache
Deutsch
Während FHNW Zugehörigkeit erstellt
Ja
Zukunftsfelder FHNW
Publikationsstatus
Veröffentlicht
Begutachtung
peer-reviewed
Open Access-Status
Diamond
Zitation
Dittmar, M., Brändli, S., Gilg, E., & Schmellentin Britz, C. (2025). Textverstehensschwierigkeiten beim Lesen von Lehrmitteltexten im Fach Geschichte. Ergebnisse aus Leseprozessbeobachtungen mit Achtklässler*innen. In S. Gailberger & A. Schilcher (eds.), Dimensionen des Politischen in der internationalen deutschsprachigen Lesedidaktik und Leseförderung. (Vol. 21, pp. 280–304). Ruhr Universität. https://doi.org/10.46586/SLLD.459